Lieber rechtzeitig investieren als neunmal transportieren
Seit einigen Jahren darf entwässerter Schlamm nach den gesetzlichen Vorschriften erst wieder in die Umwelt gelangen, nachdem er ordnungsgemäß aufbereitet worden ist. Dabei wird der Schlamm meist durch Vermischung mit Branntkalk (Kalziumoxid, CaO) stabilisiert. Dies ruft eine exotherme Reaktion hervor. Der pH-Wert wird gesteigert und pathogene Stoffe werden abgetötet. Für die Vermischung von Schlamm mit Branntkalk stehen verschiedene Anlagentypen zur Verfügung. Eine der zuverlässigsten und kostengünstigsten Methoden ist die Vermischung von Schlamm und Branntkalk im Trichter einer Exzenterschneckenpumpe, mit der die Mischung dann in geschlossene Behälter gefördert werden kann. seepex hat seit Anfang der 80er Jahre ihre Trichterpumpenbaureihe kontinuierlich angepasst und verbessert, um die immer strengeren Umweltschutzanforderungen zu erfüllen. Inzwischen wurden Dutzende von Anlagen in ganz Europa beliefert. seepex Exzenterschneckenpumpen sind in der Lage, nicht fließfähigen Schlamm aus Zentrifugen, Bandpressen oder Bunkern zu verarbeiten, dessen Trockensubstanzgehalt bis zu 45% beträgt.
Die Ausgangssituation
Es war also wenig überraschend, als ein walisischer Abwasserverband sich wegen einer Anlage zur Aufbereitung und Stabilisierung von importiertem Schlammkuchen an die seepex Tochtergesellschaft in England wandte. Die neue Anlage sollte nicht nur kostengünstig sein, sondern auch komplett in das bestehende Werk integriert werden.
Die Lösung
Die Lösung von seepex bestand darin, ein Annahmesilo für 30 Tonnen (mit "beweglichem Boden") mit einer darunter angeordneten Pumpe zu bauen. Der Schlammkuchen (TR-Gehalt 20 bis 30%) wird über eine Distanz von 40m zu einer seepex-Kalkmischpumpe gefördert, in der der Kuchen mit Branntkalk vermischt wird. Ein SPS-System sorgt für eine exakte Steuerung der Zugabe des Branntkalks, um dessen Verbrauch zu minimieren und so die Kosten möglichst niedrig zu halten. Der stabilisierte Kuchen wird dann über eine Distanz von 30m in drei geschlossene Behälter gefördert.
Der Nutzen
Trotz des hohen Anteils an Trockensubstanz verarbeitet das System problemlos 80 Tonnen entwässerten Schlammkuchen pro Tag. Jetzt ist es für den walisischen Abwasserverband kostengünstiger, Schlammkuchen in Außenstellen zu entwässern und danach zu transportieren, anstatt wie bisher den nassen Schlamm (mit nur 3 bis 4% TR Gehalt) direkt zu transportieren. Das hat zu beträchtlichen Kosteneinsparungen und wesentlich geringerer Umweltbelastung geführt, da nur noch ein Schlammtransport notwendig ist, wo früher bis zu 9 Transporte erforderlich waren. Außerdem ist man jetzt in der Lage, Schlammkuchen aus anderen Standorten aufzubereiten, wenn dort Anlagen ausfallen oder zu Wartungszwecken außer Betrieb sind.